Beispiel-Aufmaß
Das vollständige Aufmaß für eine Zimmerei aus Freiburg – mit denselben Befunden, Zitaten und Empfehlungen, die Sie für Ihre eigene Karriereseite bekommen.
Die Zimmerei Wendelgass gibt es nicht. Karriereseite, Website und Telefonnotizen sind für dieses Beispiel erfunden, damit kein echter Betrieb öffentlich bewertet wird. Aufbau und Maßstab sind die eines echten Aufmaßes.
Fünf Dimensionen, jede mit einer Einschätzung. Tippen Sie auf eine, um direkt zu den Befunden zu springen.
Was einen Zimmerer überzeugen würde, hat die Zimmerei Wendelgass – nur steht es nicht auf der Karriereseite. Es verteilt sich auf „Über uns“, auf die Referenzen und vor allem auf das, was Herr Wendelgass am Telefon in wenigen Sätzen sagt. Die Karriereseite selbst ist ordentlich gegliedert und benennt die Aufgaben, bleibt aber bei Formeln, die jeder Betrieb verwendet. Der Abstand zwischen dem Telefonat und der Seite ist der größte Hebel dieses Aufmaßes.
Die Aufgaben der Gesellenstelle sind konkret benannt. Ein Zimmerer sieht sofort, dass er hier Dachstühle abbindet und montiert, im Holzrahmenbau arbeitet und aufstockt – das schaffen viele Karriereseiten nicht.
„Abbund und Montage von Dachstühlen“
Karriereseite, Zimmerer – „Deine Aufgaben“
Die Ausbildungsstelle nennt einen Beginn. Für Schüler und Eltern, die ein Jahr im Voraus planen, ist das die erste Frage.
„Ausbildung zum Zimmerer (m/w/d) – Beginn September 2027“
Karriereseite, Stellenangebote
Die Website enthält einen Beleg, den kaum ein Mitbewerber hat: eine eigene CNC-Abbundanlage. Für die Karriereseite ist das Material, das schon da ist und nur hinüber muss.
„Seit 2021 arbeiten wir mit einer eigenen CNC-Abbundanlage“
Website, „Über uns“
Geordnet nach Wirkung auf Bewerbungen, nicht nach Aufwand.
Keine Montage, Baustellen im Umkreis von 40 Kilometern, freitags um zwölf Schluss, Bezahlung über Tarif, ein Vorarbeiter, der seit elf Jahren dabei ist: Das alles haben Sie am Telefon in zwei Minuten gesagt. Auf der Seite steht nichts davon. Diese Sätze beantworten genau die Fragen, die über eine Bewerbung entscheiden (Bewerbungsbarrieren, Emotionale Wirkung).
Heute verlangt die Seite Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse an eine allgemeine Adresse. Ein Name, eine Telefonnummer und der Satz „Ein Anruf reicht“ senken die Hürde für Gesellen, die gerade woanders arbeiten, am stärksten (Bewerbungsbarrieren).
Abbundanlage, drei Meister, Referenzen in der Wiehre und in St. Peter, der Standort Freiburg: Die Website belegt, was die Karriereseite nur behauptet. Dabei die Mitarbeiterzahl angleichen – Karriereseite und Startseite nennen unterschiedliche Zahlen (Vertrauenssignale, Klarheit).
Jeder Befund steht mit einem wörtlichen Zitat und der Stelle, an der es sich findet – so lässt sich alles an der eigenen Seite nachprüfen. Tippen Sie auf eine Dimension, um sie auf- oder zuzuklappen.
Versteht ein Fremder in wenigen Sekunden, wer hier wen sucht und warum er sich bewerben sollte?
Die erste Überschrift nach „Karriere bei Wendelgass“ lautet so, wie sie auf sehr vielen Karriereseiten lautet. Welche Stelle gesucht wird, erfährt der Leser erst im übernächsten Abschnitt.
„Werde Teil unseres Teams!“
Karriereseite, erste Zwischenüberschrift
Auf der Karriereseite steht nirgends, wo der Betrieb sitzt. Wer über ein Stellenportal direkt auf diese Unterseite kommt, muss erst zur Startseite, um zu erfahren, dass es um Freiburg geht.
Die Karriereseite spricht von 12 Mitarbeitern, die Startseite von 14. Ein aufmerksamer Bewerber stolpert darüber, und es kostet unnötig Glaubwürdigkeit.
„Für unser wachsendes Team aus 12 Mitarbeitern“
Karriereseite, Einleitung
Ein Zimmerer versteht schnell, dass eine Zimmerei Gesellen und Azubis sucht. Wo, und warum gerade hier, muss er sich zusammensuchen.
Ort und Stelle in die erste Überschrift holen, etwa: „Zimmerer in Freiburg gesucht – Geselle oder Azubi“. Die Mitarbeiterzahl auf beiden Seiten angleichen.
Kommt das rüber, was diesen Betrieb im Gespräch überzeugend macht – der Chef, das Team, der Ton –, oder bleibt die Seite unpersönlich?
Im Telefonat sagten Sie über Ihren Vorarbeiter, dass er bei Ihnen gelernt hat und seit elf Jahren dabei ist. Dieser eine Satz sagt mehr über das Arbeitsklima als der ganze Abschnitt „Wir bieten dir“ – auf der Seite kommt er nicht vor.
„hat bei uns gelernt, ist jetzt seit elf Jahren dabei“
Telefonat
Dass der Betrieb in zweiter Generation von einem Zimmerermeister geführt wird, steht nur unter „Über uns“. Auf der Karriereseite spricht ein namenloses „Wir“.
„wird heute in zweiter Generation von Zimmerermeister Tobias Wendelgass geführt“
Website, „Über uns“
Das Arbeitsklima wird mit einer Formel beschrieben, die sich auf fast jeder Karriereseite findet. Ein Bewerber, der drei Seiten vergleicht, kann Ihre an dieser Stelle nicht von den anderen unterscheiden.
„Ein kollegiales Arbeitsklima in einem motivierten Team“
Karriereseite, „Wir bieten dir“
Was Ihren Betrieb im Gespräch überzeugend macht, sind konkrete Menschen und Sätze. Auf der Seite bleibt davon nichts übrig, und damit auch nichts, woran sich ein Bewerber erinnert.
Ein kurzer Absatz von Ihnen, Herr Wendelgass, mit Foto, und ein Satz über Ihren Vorarbeiter mit seiner Zustimmung. Zum Beispiel: „Jonas hat 2015 bei uns gelernt und ist heute unser Vorarbeiter.“
Gibt es Beweise, dass dies ein guter Arbeitgeber ist – oder nur Behauptungen?
Das Betriebsalter steht gleich im ersten Satz. Das ist ein Beleg, den ein Bewerber ernst nimmt – „Qualität und Zuverlässigkeit“ im selben Satz dagegen nicht.
„Seit über 35 Jahren steht die Zimmerei Wendelgass für Qualität und Zuverlässigkeit im Holzbau“
Karriereseite, Einleitung
„Moderne Maschinen“ sagt jeder. Dass Sie seit 2021 eine eigene CNC-Abbundanlage in der Halle haben, sagt fast keiner – steht aber nur auf der Website.
„Moderne Maschinen und Werkzeuge“
Karriereseite, „Wir bieten dir“
Die Referenzen zeigen genau die Arbeit, für die ein Zimmerer gesucht wird: Aufstockung in der Wiehre, denkmalgeschützter Dachstuhl in St. Peter. Die Karriereseite erwähnt keines dieser Projekte.
„Aufstockung eines Mehrfamilienhauses in der Wiehre in Holzrahmenbauweise“
Website, Referenzen
Die Bezahlung wird als „leistungsgerecht“ beschrieben, ohne Zahl und ohne Bezug zum Tarif. Im Telefonat sagten Sie, dass Sie über Tarif zahlen – das wäre ein Beleg.
„Leistungsgerechte Bezahlung“
Karriereseite, „Wir bieten dir“
Ein Bewerber vertraut dem, was er nachprüfen kann. Die Belege dafür gibt es bei Ihnen; sie stehen nur an der falschen Stelle.
Jeden Punkt unter „Wir bieten dir“ mit einem Beleg versehen. Statt „Moderne Maschinen und Werkzeuge“ zum Beispiel: „Eigene CNC-Abbundanlage in Hochdorf – Dachstühle entstehen bei uns in der Halle, nicht im Regen.“ Dazu zwei Referenzen mit Bild.
Werden die unausgesprochenen Fragen beantwortet, die sich ein Bewerber stellt, aber nie stellen würde – und was hält ihn vom letzten Schritt ab?
Von den Fragen, die sich ein Zimmerer vor der Bewerbung stellt – Gehalt, Arbeitszeiten, Montage, Einsatzradius, Urlaub, Fahrzeug, Einarbeitung –, beantwortet die Seite keine. Weiterbildung kommt als Stichwort vor.
Ob er auf Montage muss, ist für einen Zimmerer oft die erste Frage. Im Telefonat haben Sie sie in zwei Sätzen beantwortet; auf der Seite steht dazu nichts.
„Bei uns fährt keiner auf Montage. Wir sind im Umkreis von 40 Kilometern unterwegs, abends ist jeder zu Hause.“
Telefonat
Genauso bei Geld und Wochenende: Sie zahlen über Tarif, und freitags ist um zwölf Schluss. Beides würde ein Geselle nie zuerst fragen – und beides entscheidet.
„Wir zahlen über Tarif, das wissen die Leute halt nicht.“
Telefonat
Die Bewerbung verlangt Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse an die allgemeine Adresse, ersatzweise per Post. Es gibt keinen Namen, keine Telefonnummer auf der Seite und keinen Hinweis, wann eine Antwort kommt. Ein Geselle, der gerade woanders arbeitet, schreibt abends kein Anschreiben.
„Dann sende deine vollständigen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) per E-Mail an [email protected] oder per Post an unsere Anschrift.“
Karriereseite, „Interesse geweckt?“
Die Antworten, die einen Zimmerer überzeugen würden, gibt es – nur erfährt er sie erst, wenn er schon angerufen hat. Und der Weg dorthin ist der aufwendigste, den eine Karriereseite anbieten kann.
Ein Block „Das Wichtigste auf einen Blick“ im Ton der Seite, etwa: „Keine Montage – unsere Baustellen liegen im Umkreis von 40 Kilometern, abends bist du zu Hause. Freitags ist um zwölf Schluss. Wir zahlen über Tarif.“ Darunter: „Ruf Tobias Wendelgass an – ein Anruf reicht, Unterlagen brauchen wir erst später.“ Mit Nummer, anklickbar.
Ist die Seite auf dem Handy gut lesbar, schnell und auffindbar?
Die Karriere hat eine eigene Unterseite mit eigenem Titel und ist im Hauptmenü verlinkt. Wer sie sucht, findet sie.
„Karriere – Zimmerei Wendelgass“
Website, Seitentitel der Karriereseite
Die Seite ist mit Zwischenüberschriften und Aufzählungen gegliedert, jede Stelle hat eine eigene Überschrift. Auf dem Handy lässt sie sich gut überfliegen.
„Aktuelle Stellenangebote“
Karriereseite, Zwischenüberschrift
Auf der Karriereseite gibt es keine Telefonnummer, nur eine E-Mail-Adresse. Auf dem Handy wäre ein Anruf der kürzeste Weg; die Nummer steht aber nur auf der Kontaktseite.
Technisch steht die Seite gut da. Die Arbeit liegt beim Inhalt, nicht beim Aufbau.
Unter den Bewerbungsabschnitt eine anklickbare Telefonnummer setzen – mehr ist hier nicht zu tun.
Jedes Aufmaß endet mit seinen Grenzen. Was sich aus dem Material nicht belegen lässt, wird benannt statt bewertet.
Das Aufmaß für Ihre Seite kostet 297 € und kommt innerhalb von 2–3 Werktagen als PDF. Beauftragen Sie innerhalb von sechs Monaten die Bewerberseite, werden die 297 € voll angerechnet.
Lieber erst reden? Rufen Sie an: 0761 89736776 – am besten zwischen 10 und 13 Uhr.